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75 Jahre Tragödie von Chatyn

Vor genau 75 Jahren, am 22. März 1943, wurde das belarussische Dorf Chatyn von faschistischen Vernichtungskommandos völlig ausgeröttet. 149 unschuldige Dorfbewohner, darunter Greise, Frauen und 75 Kinder, wurden  lebendig verbrannt oder erschossen.

Chatyn, das das Schicksal von mehr als 600 zerstörten Dörfern in Belarus teilte, wurde zum Symbol der Tragödie und des Schmerzes des belarussischen Volkes, eine deutliche Manifestation des Schreckens und der Unmenschlichkeit der nationalsozialistischen Völkermordpolitik.

Heute befindet sich in Chatyn die gleichnamige Gedenkstätte. In der Mitte der Komposition steht eine sechs Meter hohe Bronzeskulptur „Unbesiegter Mann“ mit einem toten Kind in den Armen. Ihr Vorbild war der Schmied Joseph Kaminsky und sein toter Sohn Adam.

Die Erinnerung an die Tragödie von Chatyn ist heute besonders wichtig, weil die Spannung in der Welt wächst, weil es immer wieder bewaffnete Konflikte gibt, die unersetzliche menschliche Opfern fordern, weil immer häufiger auf dem europäischen Kontinent die Ideologie von Neonazismus und Intoleranz zum Vorschein kommt.

Belarus, das im Zweiten Weltkrieg jeden dritten Einwohner verlor, weiß als kein anderes Land den Preis des Friedens und ist bereit, weiterhin zur Stärkung der internationalen Sicherheit beizutragen.

Der Zweite Weltkrieg wurde zu einer der dramatischsten Herausforderungen in den Beziehungen zwischen dem belarussischen und deutschen Volk. Dank Dialog und Kooperation gelang es den beiden Völkern, die tragische Last der Vergangenheit zu überwinden.

Nichtsdestotrotz ist es wichtig, die gemeinsamen, konsequenten Bemühungen fortzusetzen, um die historische Erinnerung an die Tragödie des Zweiten Weltkriegs, insbesondere unter Jugendlichen, zu erhalten und zu verewigen.

Eine besondere Bedeutung hat in dieser Hinsicht die Umsetzung in Belarus eines gemeinsamen Projektes zur Schaffung der Gedenkstätte „Malyj Trostenez“ in der Nähe von Minsk anstelle des gleichnamigen Todeslagers, wo während des Krieges rund 200.000 Menschen, einschließlich deportierte Juden aus Deutschland, Österreich und der Tschechien, vernichtet wurden, „Malyj Trostenez“ gilt zurecht als ein gesamteuropäisches Symbol der Erinnerung an die Opfer der Verbrechen des Nationalsozialismus.