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Bilaterale Beziehungen

Die ersten diplomatischen Kontakte zwischen Belarus und Deutschland fanden 1923 statt, als der sowjetische Vertreter in Deutschland Nikolaj Krestinskij im Auftrag der Regierung der Belarussischen Sowjetischen Sozialistischen Republik dem Reichspräsidenten Friedrich Ebert sein Beglaubigungsschreiben überreicht hat. Nach dem Zerfall der Sowjetunion hat die Bundesrepublik Deutschland als einer der ersten Staaten die Unabhängigkeit der Republik Belarus anerkannt. Am 13. März 1992 wurde in Minsk das Abkommen über die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Belarus und Deutschland unterzeichnet. Die deutsche Botschaft wurde zur ersten diplomatischen Vertretung in der belarussischen Hauptstadt. Die bilaterale Zusammenarbeit beruht auf einer soliden Rechtsbasis mehr als 20 Verträgen und Abkommen zwischen den Regierungen und einzelnen Behörden in Belarus und Deutschland.

In Jahren 1996 und 1998 fanden die offiziellen Arbeitsbesuche des belarussische Staatschef Alexander Lukaschenko in Deutschland statt.

Im Februar 2015 besuchte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel Minsk, um an dem Gipfeltreffen im “normannischen Format” zur Lösung der ukrainischen Krise teilzunehmen.

In den letzten Jahren haben sich die bilateralen politischen Kontakte zwischen Belarus und Deutschland deutlich intensiviert.

Im November 2015 fand ein offizieller Besuch des Außenministers der Republik Belarus Wladimir Makei in der Bundesrepublik Deutschland statt.

In den Jahren 2015-2016, der Bundesaußenminister von Deutschland Frank-Walter Steinmeier (für Verhandlungen über die Ukraine) sowie der Koordinator der Bundesregierung von Deutschland über die interkommunale Zusammenarbeit mit Russland, den Ländern Zentralasiens und des Ostens Partnerschaft Gernot Erler besuchte Belarus zweimal.

Im Februar 2017 fanden die bilateralen politischen Konsultationen auf der Ebene der stellvertretenden Außenminister in Berlin statt.

Im März 2017 besuchte der Staatsminister für auswärtige Angelegenheiten der Bundesrepublik Deutschland Michael Roth im Rahmen der Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag der Wiederaufnahme der deutsch-belarussischen diplomatischen Beziehungen Belarus.

Im November 2017 besuchte der deutsche Vizekanzler, Bundesaußenminister Sigmar Gabriel Belarus. Im Rahmen dieses Besuchs fanden die Verhandlungen zwischen dem Präsidenten der Republik Belarus Alexander Lukaschenko und dem Leiter des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland statt.

Im Jahr 2016 wurden offizielle parlamentarische Kontakte wieder aufgenommen, unter anderem durch die Arbeitsgruppe der Nationalversammlung der Republik Belarus für die Zusammenarbeit mit dem deutschen Bundestag und der Deutsch-belarussischen Parlamentariergruppe im Bundestag. Das “Minsk Forum” als  eine der wichtigsten und umfassenden Diskussionsplattformen für belarussisch-deutschen und belarussisch-europäischen Beziehungen setzte seine Aktivitäten fort.

Einen wichtigen Bestandteil der belarussisch-deutschen Beziehungen stellt die Zusammenarbeit mit den einzelnen Bundesländern dar, vor allem mit Brandenburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen. Kontakte auf kommunaler Ebene gehören längst zu den erfolgreichsten Formen der bilateralen Zusammenarbeit. Unter den insgesamt 20 Städtepartnerschaften zwischen Belarus und Deutschland sind insbesondere Minsk – Bonn, Witebsk – Frankfurt (Oder), Witebsk – Nienburg, Polozk – Friedrichshafen, Pinsk – Altena, Neswish – Laichingen, Kostjukowitschi – Dietzenbach zu erwähnen. Das Potenzial in diesem Bereich ist bei weitem nicht erschöpft – viele belarussische Städte sind an einer Partnerstadt mit deutschen Städten interessiert. Im Jahr 2018 soll die 10. Konferenz der belarussischen und deutschen Partnerstädte in Wittenberg stattfinden.

Die Tschernobyl-Katastrophe von 1986 hat in Deutschland eine Welle der Hilfsbereitschaft und Solidarität ausgelöst. Aus ersten Kontakten sind inzwischen dauerhafte Freund- und Partnerschaften entstanden. Nach einigen Einschätzungen agierten deutschlandweit über 400 Tschernobyl-Initiativen, die ihren Beitrag zur Linderung der Folgen dieses Super-GAUs in Belarus leisten.

Belarus und Deutschland haben tiefe historische und kulturelle Verbindungen. Seit der Renaissance-Epoche befinden sich unsere Länder im gemeinsamen europäischen Kulturraum. Es ist kennzeichnend, dass 2017 der 500. Jahrestag der Reformation in Deutschland mit dem 500. Jahrestag des Belarussischen Buchdrucks – dem Erscheinen des ersten Buches des belarussischen Aufklärers und Humanisten Franzisk Skaryna – zusammenfiel.
Eine aktive kulturelle Zusammenarbeit ermöglicht den belarussischen und deutschen Bürgern den Einblick ins reiche Kulturerbe des jeweiligen Landes und trägt zur gegenseitigen Verständigung bei. Eine aktive kulturelle Zusammenarbeit ermöglicht den belarussischen und deutschen Bürgern den Einblick ins reiche Kulturerbe des jeweiligen Landes und trägt zur gegenseitigen Verständigung bei. Moderne belarussische Kunst wird ständig deutschlandweit präsentiert. Jährlich werden die Ausstellungen zeitgenössischer belarussischer Künstler in verschiedenen deutschen Städten organisiert. Musiker, Theatertruppen, Filmschaffende nehmen erfolgreich an den internationalen Wettbewerben und Festivals in der Bundesrepublik teil.

Die Perspektiven des Ausbaus der dauerhaften Beziehungen zwischen Belarus und Deutschland wären ohne Beteiligung der Jugendlichen aus beiden Ländern undenkbar. Daher wird dem intensiven Jugendaustausch in verschiedenen Formen eine besondere Bedeutung beigemessen. Im Rahmen der zahlreichen Schulpartnerschaften, bilateralen und multilateralen Projekte in den Bereichen Kultur, Umweltschutz, Sozialarbeit kommen jährlich Hunderte Kinder und Jugendliche aus beiden Ländern gegenseitig zu Besuch. Zu den aktivsten Institutionen im Bereich belarussisch-deutscher gesellschaftlicher Kontakte zählt die Internationale Bildungs- und Begegnungswerke in Minsk, die seit 2006 den Namen des deutschen Altbundespräsidenten Johannes Rau trägt. Die IBB organisiert in Zusammenarbeit mit anderen Partnern zahlreiche Treffen von Persönlichkeiten aus der Politik, Wirtschaft und Kultur beider Länder.

Eine wichtige Rolle in den belarussisch-deutschen Beziehungen spielt die Frage der Bewahrung der historischen Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg. Derzeit wird das Projekt zur Errichtung eines Mahnmals auf dem Gelände des ehemaligen Vernichtungslagers “Malyj Trostenets” zusammen umgesetzt.
 

Moderne belarussische Kunst wird ständig deutschlandweit präsentiert. Jährlich werden die Ausstellungen zeitgenössischer belarussischer Künstler in verschiedenen deutschen Städten organisiert. Musiker, Theatertruppen, Filmschaffende nehmen erfolgreich an den internationalen Wettbewerben und Festivals in der Bundesrepublik teil.

Die Perspektiven des Ausbaus der dauerhaften Beziehungen zwischen Belarus und Deutschland wären ohne Beteiligung der Jugendlichen aus beiden Ländern undenkbar. Daher wird dem intensiven Jugendaustausch in verschiedenen Formen eine besondere Bedeutung beigemessen. Im Rahmen der zahlreichen Schulpartnerschaften, bilateralen und multilateralen Projekte in den Bereichen Kultur, Umweltschutz, Sozialarbeit kommen jährlich Hunderte Kinder und Jugendliche aus beiden Ländern gegenseitig zu Besuch. Zu den aktivsten Institutionen im Bereich belarussisch-deutscher gesellschaftlicher Kontakte zählt die Internationale Bildungs- und Begegnungswerke in Minsk, die seit 2006 den Namen des deutschen Altbundespräsidenten Johannes Rau trägt. Die IBB organisiert in Zusammenarbeit mit anderen Partnern zahlreiche Treffen von Persönlichkeiten aus der Politik, Wirtschaft und Kultur beider Länder.

Eine wichtige Rolle in den belarussisch-deutschen Beziehungen spielt die Frage der Bewahrung der historischen Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg. Derzeit wird das Projekt zur Errichtung eines Mahnmals auf dem Gelände des ehemaligen Vernichtungslagers “Malyj Trostenets” zusammen umgesetzt.