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Bilateral

Die ersten diplomatischen Kontakte zwischen Belarus und Deutschland fanden 1923 statt, als der sowjetische Vertreter in Deutschland Nikolaj Krestinskij im Auftrag der Regierung der Belarussischen Sowjetischen Sozialistischen Republik dem Reichspräsidenten Friedrich Ebert sein Beglaubigungsschreiben überreicht hat.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion hat die Bundesrepublik Deutschland als einer der ersten Staaten die Unabhängigkeit der Republik Belarus anerkannt. Am 13. März 1992 wurde in Minsk das Abkommen über die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Belarus und Deutschland unterzeichnet. Die deutsche Botschaft wurde zur ersten diplomatischen Vertretung in der belarussischen Hauptstadt.

Die bilaterale Zusammenarbeit beruht auf einer soliden Rechtsbasis von fast 30 Verträgen und Abkommen zwischen den Regierungen und einzelnen Behörden in Belarus und Deutschland.

Einen wichtigen Bestandteil der belarussisch-deutschen Beziehungen stellt die Zusammenarbeit mit den einzelnen Bundesländern dar, vor allem mit Brandenburg, Sachsen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen. 

Kontakte auf kommunaler Ebene gehören längst zu den erfolgreichsten Formen der bilateralen Zusammenarbeit. Unter den insgesamt 20 Städtepartnerschaften zwischen Belarus und Deutschland sind insbesondere Minsk – Bonn, Mogiljow – Eisenach, Witebsk – Frankfurt (Oder), Witebsk – Nienburg, Polozk – Friedrichshafen, Kobrin – Uelzen, Swetlogorsk – Helmstedt, Neswish – Laichingen, Tschausy — Guben zu erwähnen. Das Potenzial in diesem Bereich ist bei weitem nicht erschöpft – viele belarussische Städte sind an einer Partnerstadt mit deutschen Städten interessiert.

Die Tschernobyl-Katastrophe von 1986 hat in Deutschland eine Welle der Hilfsbereitschaft und Solidarität ausgelöst. Aus ersten Kontakten sind inzwischen dauerhafte Freund- und Partnerschaften entstanden. Nach einigen Einschätzungen agierten deutschlandweit über 400 Tschernobyl-Initiativen, die ihren Beitrag zur Linderung der Folgen dieses Super-GAUs in Belarus leisten. 

Eine aktive kulturelle Zusammenarbeit ermöglicht den belarussischen und deutschen Bürgern den Einblick ins reiche Kulturerbe des jeweiligen Landes und trägt zur gegenseitigen Verständigung bei. Moderne belarussische Kunst wird ständig deutschlandweit präsentiert. Jährlich werden die Ausstellungen zeitgenössischer belarussischer Künstler in verschiedenen deutschen Städten organisiert. Das Bolschoi Staatsballett Belarus kommt jährlich auf Tournee nach Deutschland.

Musiker, Theatertruppen, Filmschaffende nehmen erfolgreich an den internationalen Wettbewerben und Festivals in der Bundesrepublik teil. Im August 2010 präsentierte das Präsidentenorchester der Republik Belarus sein Können dem Berliner Publikum im Rahmen des Musikfestivals „Young Euro Classic“.

Die Perspektiven des Ausbaus der dauerhaften Beziehungen zwischen Belarus und Deutschland wären ohne Beteiligung der Jugendlichen aus beiden Ländern undenkbar. Daher wird dem intensiven Jugendaustausch in verschiedenen Formen eine besondere Bedeutung beigemessen. Im Rahmen der zahlreichen Schulpartnerschaften, bilateralen und multilateralen Projekte in den Bereichen Kultur, Umweltschutz, Sozialarbeit kommen jährlich Hunderte Kinder und Jugendliche aus beiden Ländern gegenseitig zu Besuch.

Zu den aktivsten Institutionen im Bereich belarussisch-deutscher gesellschaftlicher Kontakte zählt die Internationale Bildungs- und Begegnungsstätte in Minsk, die seit 2006 den Namen des deutschen Altbundespräsidenten Johannes Rau trägt. Die IBB organisiert in Zusammenarbeit mit anderen Partnern zahlreiche Treffen von Persönlichkeiten aus der Politik, Wirtschaft und Kultur beider Länder.

Die Republik Belarus misst der konstruktiven Zusammenarbeit mit Deutschland, auch im EU-Kontext, eine strategische Bedeutung bei und ist am weiteren Ausbau der bilateralen Beziehungen interessiert.